von wolf-zdekauer am Fr 27. Mär 2009, 14:04
Hallo PT,
vielen Dank für die guten Argumente und Diskussionsanregungen - der Reihe nach: Von der Stange geht im Bestand ohnehin nur wenig. Die PH-Kriterien und die entsprechenden Kennwerte sind mir natürlich bekannt. Richtig, zwischen dem Heizwärmebedarf von PH und Altbau steckt meist etwa der Faktor 10. Allein dies im Rahmen der Sanierung baukonstruktiv und mit Wohnungslüftungsanlage zu erreichen ist sicherlich schon ehrgeizig und vom Einspareffekt sehr gut.
Der Systementscheid über die zukunftsfähige Heiztechnologie, den ich zunächst hier nicht anschneiden wollte und den ich eher von den mir bietenden System- und Speicher-Alternativen abhängig mache, ist bei mir auch noch nicht endgültig gefallen.
Doch wenn wir schon dabei sind: Was ist denn das wirklich bessere Gesamtsystem hinsichtlich sicherer Zukunftsperspektive? Strom, Thermie oder noch etwas Anderes? Strom ist eine exergetisch hochwerte Energie - brauchen wir die wirklich um ein Niedertemperatursystem im PH zu betreiben? Wenn Strom, dann sicher keinen E-Heizstab, sondern eine Wärmepumpe (WP), denn konkret handelt es sich nicht um 100m², sondern viel eher um 300-400m² (2-Fam.-Haus). Die Investitionskosten selbst nur für eine Luft-Wasser-WP sind in diesem Leistungsbereich auch nicht zu verachten. Mit insgesamt 900€/a bzw. 450€/a (bei WP mit SEER (Jahresarbeitszahl) von ca. 2) lassen sich aus meiner Sicht die Investitionskosten bzw. die Mehrkosten gegenüber einer WP schon finanzieren, von Preissteigerungen ganz zu schweigen (Zeithorizont der Amortisation rd. 20 Jahre, wenn die Lebensdauer einer WP überhaupt 20 Jahre erreicht) Die Kollektoren als regenerative Energiequelle kommen ja bei beiden Systemen noch dazu. Wobei natürlich bei der Thermie der Speicher ohne das andere nicht geht. Doch beim Strom betreibe ich nur ein Null-Summen-Spiel und bekomme keine Autarkie dafür (und das sogar nur auf meiner Hausstromabrechnung, tatsächlich eher weniger als Null-auf-Null, denn für jedes kW aus Sonnen-, Wind- Wasserkraft läuft ja ein konventionelles Kraftwerk im Standby-Betieb mit). Und Ökostrom - naja - habe ich momentan wegen des guten Gewissens zwar auch, doch ich möchte mich diesbezüglich nicht zu weiteren Aussagen hinreißen lassen... Bei Thermie kann ich immer noch Biomasse integrieren - da weiß ich was ich feuere. Trotz, meiner Argumentation für Solarthermie ideologisch-dogmatisch habe ich mich keinem System verschrieben, Gegenrede ist daher nicht nur erwünscht, sondern geradezu herausgefordert.
Auf eine spannende Diskussion und einen interessanten Meinungsaustausch, mit besten Grüßen
B. v. W-Z