Eigenverbrauchsregelung Fotovoltaik

Eigenverbrauchsregelung Fotovoltaik

Beitragvon Heiner 2+ am So 8. Aug 2010, 09:51

Hallo zusammen,

wie mir aktuell in Gesprächen mit meinem Solateur und meinem Energieversorgungsunternehmen mitgeteilt wurde, gehen besagte Unternehmen mittlerweile davon aus, daß der Zähler zur Erfassung des Eigenverbrauchs (betrifft Besitzer von Fotovoltaikanlagen) nur die über die 1. Phase verbrauchte Strommenge messen kann, aber nicht die über die restlichen 2 Phasen angeschlossenen Verbraucher erfaßt.
Des bedeutet natürlich bei angenommener gleichmäßiger Auslastung aller 3 Phasen im Hausnetz eine um 2/3 zu geringe Vergütung des tatsächlichen Eigenverbrauchs.

Mich interessieren in diesem Zusammenhang die Erfahrungen und Kenntnisse anderer Forumsmitglieder, inwieweit dieser Sachverhalt tatsächlich zutrifft und welche Maßnahmen zur Lösung dieses Problems denkbar wären.

Eigene Erfahrungen kann ich leider noch nicht beisteuern, da meine eigene Anlage erst seit kurzem in Betrieb ist, und eine genaue Datenerhebung einen längeren Zeitraum beansprucht.

Vielen Dank im Voraus für Anregungen und Tipps jeder Art.
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Re: Eigenverbrauchsregelung Fotovoltaik

Beitragvon Heiner 2+ am So 22. Aug 2010, 08:04

hallo zusammen,

heute kann ich meine Frage in diesem Forum nun selbst beantworten.

Das Problem der Eigenverbrauchserfassung liegt (speziell bei Anlagen mit nur 1 Wechselrichter und 3-phasigem Hausnetz) darin, daß in diesem Fall der Strom nur über 1 Phase ins Netz eingespeist wird, während normalerweise die Verbraucher gleichmäßig auf allen 3 Phasen angeschlossen sind (gleichmäßige Auslastung des Stromnetzes).

Folgendes Beispiel soll das verdeutlichen:
im angenommenen Fall liefert eine Anlage mit 1 Wechselrichter 100 % der gerade benötigten Energie. Diese Energie wird zu je 1/3 auf allen 3 Phasen abgenommen. Da nun der Wechselrichter nur auf 1 Phase Strom ins Netz einspeist, findet zählertechnisch auch nur auf dieser Phase ein Eigenverbrauch statt - auf den anderen 2 Phasen wird ja nur Strom verbraucht aber nicht erzeugt.

Dummerweise gibt es Zweirichtungszähler, die die Strommengen der einzelnen Phasen gegenseitig verrechnen können und somit auch den richtigen Eigenverbrauch ermitteln, während das andere nicht können.
Und schlußendlich hat es unser Gesetzgeber bis heute versäumt hier genaue Vorschriften zu erlassen, so daß beide Zählerbauarten gesetzeskonform sind und jedes EVU den Zähler nach eigenen Vorstellungen verwenden kann.

Deshalb ist es unbedingt erforderlich, bei der Planung und Kalkulation einer Anlage mit Eigenverbrauchsabsichten im Vorfeld zu klären, welcher Zweirichtungszähler vom jeweiligen EVU verwendet wird. Im schlimmsten Fall erzielt man sonst nur ca. 1/3 des möglichen Eigenverbrauchs.

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Re: Eigenverbrauchsregelung Fotovoltaik

Beitragvon Pia Grund-Ludwig am Mi 1. Sep 2010, 10:12

Hallo Heiner, danke für den Hinweis. das stimmt. Der Bundesverband Solarwirtschaft meinte im Gespräch, er setze sich für eine diesbezügliche Änderung des EEG ein. Mehr dazu unter http://www.enbausa.de/solar-geothermie/ ... -1550.html. Pia Grund-Ludwig
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Re: Eigenverbrauchsregelung Fotovoltaik

Beitragvon Schulze-Wolf am Mo 6. Sep 2010, 12:50

Hallo zusammen,
was heißt das denn jetzt für uns als Solarstrom-Erzeuger?
Wie finde ich als Elektro-Laie heraus, ob mein Zweiwege-Zähler richtig zählt oder ob mich mein EVU um einen Teil meines Ertrages bringt?
Gibt es Listen, welche Zählertypen falsch zählen?
Wie kann es "gesetzeskonform" sein, wenn ein geeichtes Messgerät falsche Abrechnungsdaten liefert?

Viele Fragen - wer weiß Antworten?

Ratlose Grüße aus Hannover
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Re: Eigenverbrauchsregelung Fotovoltaik

Beitragvon Pia Grund-Ludwig am Mo 6. Sep 2010, 15:34

Eine Liste gibt es nach unseren Recherchen nicht, es hilft nur die Frage beim Energieversorger und die Bitte, die Auskunft schriftlich und verbindlich zu erteilen.
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Re: Eigenverbrauchsregelung Fotovoltaik

Beitragvon Heiner 2+ am Sa 18. Sep 2010, 16:14

Antwort auf Frage von Schulze-Wolf.

Die Bauart des Zählers kann meiner Erfahrung nach ganz einfach über den aktuellen Eigenverbrauchsanteil selbst festgestellt werden.
Laut allgemeiner Erfahrungen sind in einem "normalen" Haushalt 20-30 % der jährlichen Energiemenge selbst zu erzeugen (bei optimiertem Verhalten wohl auch bis zu 50%).
Über die monatlich abgelesenen Zählerstände kann der Eigenverbrauchsanteil leicht selbst errechnet werden.
Liegt der Eigenanteil z.B. bei 1/3 (bei 1 Wechselrichter) des o.g. Wertes, ist mit Sicherheit davon auszugehen, daß ein nicht saldierender Zähler eingebaut ist.
In diesem Fall könnte man sich an seinen Energieversorger wenden. Vielleicht ist er ja kulant genug und tauscht den Zähler gegen den gewünschten aus. Ein Versuch wärs ja wert.
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