Fußbodenheizung: PH-geeignet? Sauerstoff-diffusionsdicht?

Fußbodenheizung: PH-geeignet? Sauerstoff-diffusionsdicht?

Beitragvon wolf-zdekauer am Mo 16. Mär 2009, 20:26

Hallo Heizungsinstallateure und FBH-Besitzer in Passivhäusern,

bezüglich des Einbaus einer Fußbodenheizung (FBH) brennen mir folgende Fragen auf den Nägeln:
Ist hinsichtlich des geringen Heizwärmebedarfs und der hohen, stark schwankenden solaren Gewinne in einem Passivhaus (PH) eine FBH überhaupt möglich oder besteht Überhitzungsgefahr? Wie träge reagiert so eine FBH tatsächlich und welches Temperaturniveau wird üblicherweise im PH gefahren?
Und: Ist es möglich den FBH-Heizkreis direkt in den Wärmespeicher einzubinden oder ist eine Systemtrennung aufgrund der nicht Sauerstoff-diffusionsdichten FBH-Rohre notwendig? Besteht durch die Sauerstoffreduktion an der Speicherinnenfläche Durchrostungsgefahr? Kann man alternativ ein Metall-Kunststoff-Verbundrohr verwenden und ist dies diffusionsdicht? Oder ist der Einsatz von Edelstahl-Heizkörpern und Speichern notwendig?
Vielen Dank für Ihre Installationsratschläge und Nutzungserfahrungen aus PH.
Mit freundlichen Grüßen
B. v. W-Z
wolf-zdekauer
 
Beiträge: 11
Registriert: Fr 13. Mär 2009, 07:01
Wohnort: Rhein-Main

Re: Fußbodenheizung: PH-geeignet? Sauerstoff-diffusionsdicht?

Beitragvon Pia Grund-Ludwig am Di 17. Mär 2009, 11:25

Lieber Nutzer, wir haben Ihre Frage an unsere Experten weitergeleitet. Da diese komplex ist bitten wir um ein wenig Geduld. Antworten finden Sie möglicherweise auch auf der Passivhaustagung am 17. und 18. April in Frankfurt. Pia Grund-Ludwig, Enbausa-Team
Benutzeravatar
Pia Grund-Ludwig
 
Beiträge: 8
Registriert: Di 17. Mär 2009, 11:15

Re: Fußbodenheizung: PH-geeignet? Sauerstoff-diffusionsdicht?

Beitragvon Energieberater_Salem am Mi 4. Nov 2009, 18:44

Hallo,

grundsätzlich müssen FBH aufgrund der Sauerstoffproblematik getrennt werden.

Die FBH ist in dem Sinne nicht sehr träge ( Ansprechzeit unter 12 h im Normalfall) und im Passivhaus auch ohne Probleme einsetzbar, da man sehr geringe Vorlauftemperaturen fahren kann.

Eine sehr interessante Alternative ist die aktive Kühl/Heizdecke, welche mit noch niedrigeren Vorlauftemperaturen funktioniert und da Sie nur nach dem Strahlungsprinzip arbeitet sehr effizient ist. Sie kommt völlig ohne Konfektion aus und ist Sparsamer.

Mfg

Marc Ziegler
geprüfter Gebäudeenergieberater ( HWK ), zertifizierter Schimmelsanierer ( LGA BW ), Stuckateurmeister
Energieberater_Salem
 
Beiträge: 2
Registriert: Mi 4. Nov 2009, 18:01

Re: Fußbodenheizung: PH-geeignet? Sauerstoff-diffusionsdicht?

Beitragvon wolf-zdekauer am Do 5. Nov 2009, 09:14

Hallo Herr Ziegler,

vielen Dank für Ihre Antwort. Mittlerweile habe ich auch bei führenden Rohrsystemherstellern nachgefragt, die mir versicherten, dass die Rohre sauerstoffdiffusionsdicht nach DIN 4726 seien und dass das Problem der Vergangenheit angehöre. Absolut dicht ist Nichts, es ist lediglich nur eine Frage des Grenzwerts, was man als dicht bezeichnet. Ich frage mich in dem Zusammenhang, ob diese Dichheit hinsichtlich der Lebensdauer von Speichern aus blankem Stahl und Kesseln aus Gusstahl ausreicht. Muss ich aus diesem Grund trotzdem das System mittels Plattenwärmetauscher in einen Primär- und Sekundärkreislauf mit zwei Pumpen trennen? Ist die Sauerstoffdiffusion der Rohre ausreichend vermindert, oder muss ich lnagfristig mit einer derartigen Sauerstoffanreicherung des Zirkulationswassers rechnen, die zu einer verkürzten Lebensdauer infolge frühzeitiger Durchrostung der immerhin teuersten Komponenten im Heizsystem führt?

Mit freundlichen Grüßen
B. v. W-Z
wolf-zdekauer
 
Beiträge: 11
Registriert: Fr 13. Mär 2009, 07:01
Wohnort: Rhein-Main

Re: Fußbodenheizung: PH-geeignet? Sauerstoff-diffusionsdicht?

Beitragvon wolf-zdekauer am Do 5. Nov 2009, 09:14

Hallo Herr Ziegler,

vielen Dank für Ihre Antwort. Mittlerweile habe ich auch bei führenden Rohrsystemherstellern nachgefragt, die mir versicherten, dass die Rohre sauerstoffdiffusionsdicht nach DIN 4726 seien und dass das Problem der Vergangenheit angehöre. Absolut dicht ist Nichts, es ist lediglich nur eine Frage des Grenzwerts, was man als dicht bezeichnet. Ich frage mich in dem Zusammenhang, ob diese Dichheit hinsichtlich der Lebensdauer von Speichern aus blankem Stahl und Kesseln aus Gusstahl ausreicht. Muss ich aus diesem Grund trotzdem das System mittels Plattenwärmetauscher in einen Primär- und Sekundärkreislauf mit zwei Pumpen trennen? Ist die Sauerstoffdiffusion der Rohre ausreichend vermindert, oder muss ich lnagfristig mit einer derartigen Sauerstoffanreicherung des Zirkulationswassers rechnen, die zu einer verkürzten Lebensdauer infolge frühzeitiger Durchrostung der immerhin teuersten Komponenten im Heizsystem führt?

Mit freundlichen Grüßen
B. v. W-Z
wolf-zdekauer
 
Beiträge: 11
Registriert: Fr 13. Mär 2009, 07:01
Wohnort: Rhein-Main

Re: Fußbodenheizung: PH-geeignet? Sauerstoff-diffusionsdicht?

Beitragvon ecocasa am So 7. Mär 2010, 20:11

Eine mögliche Lösung sieht wie folgt aus:
Fußbodenheizung als Bauteilaktivierung auslegen, also als masseintensive Bodenplatte mit unterseitger Dämmung. Die damit aktivierte Masse ist so groß, daß damit mehr Speicherfähigkeit vorhanden ist als der übliche Pufferspeicher bieten kann, also OHNE - dann kann der auch nicht mehr durchrosten! Verzicht auf die unsinnige hektische Einzelraumregelung (damit wird bei einer normalen Hausnutzung sowieso nur blödsinnig herumgespielt, pardon, klingt hart, aber ist so, ich habe selber Familie, ich weiß wovon ich rede :lol: ) sondern Beschränkung auf die aussentemperaturgesteuerte Heizkurve ...... ein paar mehr Faktoren kommen noch dazu die den Rahmen des Forumsbeitrages sprengen würden ..... jedenfalls führt diese Auslegung in meinen Projekten zu den besten Ergebnissen und zu zufriedenen Hausbewohnern, die gar nicht mehr daran denken müssen, daß es da eine Heizung gibt - weil es unauffällig angenehm temperiert ist!
Die aktivierte Masse die nur leicht über Raumtemperatur liegt puffert die zusätzlichen Wärmegewinne solarer oder interner Art und jede Überheizung ist durch das geringe Temperaturniveau ausgeschlossen.
Gruß
Arno Kuschow
Gruß aus der Passivhausecke
- Steinzeit ist vorbei ! -
Arno Kuschow
ECO CASA GmbH
www.eco-casa.de
ecocasa
 
Beiträge: 17
Registriert: Sa 6. Mär 2010, 13:55


Zurück zu Heizung & Warmwasser

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron