von Martin am Do 13. Mai 2010, 16:08
Die ursprüngliche Anfrage ist wohl total veraltet aber das Thema bleibt in einem Forum trotzdem interessant und Antworten sind vielleicht auch für Suchmaschinen interessant.
So wie ich die Anfrage verstehe liegt dieser folgende Problematik zugrunde:
Früher (z.B. Backsteinbau mit sehr viel Mörtelanteil) mussten Gebäude vor dem Verputzen erst trocknen. Der beim Bauen verwendete Luftmörtel musste erst trocknen und dann erst chemisch durch Reaktion mit dem CO2 aus der Luft abbinden. Beim Abbinden entsteht aus Calciumhydroxid Ca(OH)2 und Kohlenstoffdioxid CO2 das feste kristalline Calciumcarbonat CaCO3 und Wasser H2O.
Dieser chemische Prozess verläuft bei Luftmörtel relativ langsam, sodass man in der Regel immer mehrere Monate mit dem endgültigen Verputzen des Rohbaus warten musste um nicht sehr große Wassermengen in der Außenwand einzuschließen und den Abbindevorgang um Jahre zu verzögern.
Heutzutage stellt sich die Situation anders dar. Zum einen sind die verwendeten Steine viel größer und gleichmäßiger. Der Mörtelauftrag ist viel geringer und vor allem dünner. Wesentlich ist auch, dass heutzutage hydraulische Mörtel (Zement) üblich sind, welche Calciumsilikathydrat bilden und damit das Wasser chemisch binden und sogar unter Wasser aushärten können.
Von daher benötigt man heute den langsamen CO2-verbrauchenden und wasserbildenden Luftmörtel für Außenwände nicht mehr.
Das Aufbringen eines WDVS aus Styropor, wie von ecocasa vermutet dichtet natürlich (wie bereits ein ordentlicher Putz) die Wand nach außen ab. Wegen der o.a. technischen Fortschritte stellt dies aber heutzutage kein Problem mehr da.
Grüße,
-- martin